© CLAK & GERU
Dreiländerritt - 10 Tage "Natur pur"
Text & Bilder: Motley Horse Ranch und Foursideranch
Bereits im Winter begannen die Vorbereitungen mit der Planung und Organisation des Rittes. Dabei wurden zahlreiche Karten studiert, mögliche Routen überlegt und Geländeprofile erstellt. Als die Rundreise feststand, erfolgten Erkundigungen der Teilstrecken vor Ort mit GPS per Pferd, per pedes und dem Drahtesel.
Von der Motley Horse Ranch in Ansfelden ausgehend, überquerten wir die Enns nach Niederösterreich. Weiter führte uns die Reise über Reichraming durch das Ennstal und den Nationalpark Kalkalpen bis nach Liezen in der Steiermark. Zurück ging's über den Pyhrnpass, durch den Nationalpark Kalkalpen und das Sensengebirge wieder Richtung Bad Hall und
St. Marien zurück nach Ansfelden.
Als es endlich losging, war unser Begleitfahrzeug, der "chuck-wagon" mit Taschen und Verpflegung voll beladen. Feldbetten, Schlafsäcke, Futter, Koppelstehern, usw. wurden im Pferdanhänger verstaut.
erste Tag - Ansfelden bis Kürnberg:

Bei strahlendem Sonnenschein war pünktlich um 8.00 Uhr Abritt und das Abenteuer begann. 450 Kilometer auf teilweise unbekannten Wegen lagen vor uns. Werden wir bzw. unsere Pferde die Strecke ohne Probleme bewältigen? Wie wird das Wetter?

Wir waren noch nicht mal 10 Minuten unterwegs, gab's schon den ersten Grund zum Lachen - Lana hatte ihren Reiter samt Sattel verloren und stand verdutzt daneben - der Sattelgurt war gerissen. Da wir jedoch für "alle Fälle" von jedem Ausrüstungsteil Reserve mithatten, war das Mißgeschick schnell behoben und wir konnten weiterreiten.
Die Enns überquerten wir ohne Probleme beim Kraftwerk in Ernsthofen und trafen gegen 17.00 Uhr bei unserem ersten Etappenziel, der Ranch von Siegi im niederösterreichischen Kürnberg ein.
Wir wurden herzlich empfangen und die Pferde bestens versorgt. Abends saßen wir gemütlich im „zukünftigen Offenstall“ und schliefen gut im Matratzenlager über dem Offenstall.

AR-Stable, Foursideranch und Motley Horse Ranch
Offenstall in Kürnberg
Reichramminger Hintergebirge
abgesattelt auf der Westernranch
Almhütte im Nationalpark Kalkalpen
Pyhrn-Eisenwuzrenregion
Ruine Gallenstein
Ruine Gallenstein
Cuck-Wagon allzeit bereit
Mahlzeit

zweiter Tag - Kürnberg bis Reichraming:

Heute und morgen sind Siegi mit seinen Paintwallach Chili Pepper und Sepp mit seinem ungarischen Warmblutwallach Ronny unsere Trailführer.
Nach einer ausgiebigen Mittagsrast in Losenstein überquerten wir wieder die Enns und ritten am Radweg zu unserem Abendquartier.
Die Pferde wurden in Boxen und Koppeln untergebracht.
Nachdem es abends leicht zu regnen begonnen hat – genossen wir einen leckeren Surbraten und rollten uns in den Schlafsäcken ein!

dritter Tag - durch den Nationalpark Kalkalpen:

Heute meinte es der Wettergott nicht gut mit uns. Der anfängliche Sprühregen wurde im Laufe des Tages immer stärker und es "goss in Strömen". Wir mussten uns voll auf die Wege konzentrieren und haben durch den dichten Regen nicht viel von der Landschaft im Nationalpark gesehen.

Eine besondere Herausforderung waren die zahlreichen, teilweise unbeleuteten Tunnels, der Längste mit ca. 300 m. Wir waren zwar mit Warnwesten bekleidet, trotzdem überraschten uns immer wieder unbeleutete Mountainbiker.
Ziel der Tagesetappe war die "Almstube", die sich bereits in der Steiermark befindet. Als wir ankamen hatte Andreas bereits die Koppeln aufgebaut und die Hütte eingeheizt. Wir waren froh, die Pferde rasch versorgt zu haben und endlich in warme, trockene Kleidung zu kommen. Anschließend trafen wir uns in der talwärts liegenden urigen Gaststube zum Abendessen.
Hinweis: im Nationalpark kein Handyempfang!!!!!!!

vierter Tag - Weißenbachtal bis Selzthal: 53 Kilometer

Die Strecke war heute herrlich, die Sonne lachte endlich wieder vom Himmel :-). Es ging flott durch Wälder und auf Schotterwegen dahin!
Äußerst anspruchsvoll war der Wandersteig Richtung Ruine Gallenstein, aber unsere Pferde haben sich tapfer über Holzbrücken, Stiegen etc. durchgekämpft. Als wir aus dem Wald kamen, waren einige Anrainer ganz überrascht und konnten es kaum glauben, dass wir diesen Steig geritten sind.
Das Mittagsbier zur Erholung wurde uns kühl vom Chuck-Wagon serviert. Dann ging es über Admont teilweise zu Fuß weiter Richtung Selzthal, unserem Ziel, dem Reitertreff Zeiser.
Nachdem wir abgesattelt und unsere Vierbeiner versorgt hatten, bekamen sie eine 1ha große Koppel und wir genehmigten uns einen Schluck. Bevor wir von unseren Gastgebern ins Quartier gefahren wurden (endlich eine Dusche und zwei Nächte ein richtiges Bett), sahen wir nochmals nach den Pferden. Als sie uns entgegen galoppierten, glaubte Jeder für sich, er hätte schon zu viel getrunken, da der Boden unter unseren Füßen schwankte. Thomas klärte uns jedoch auf, dass diese Schwankungen nicht "von einem Schluck zu viel" verursacht werden, sondern von den Schwingungen des Moorbodens.

fünfter Tag - "Tag des Herren" für Pferd und Reiter:

Ruhetag bei strahlendem Sonnenschein!
Ausgeruht und geduscht genossen wir ein gemütliches Frühstück. Anschließend wurden der Jeep und der Hänger neu sortiert. Am Nachmittag besuchten wir unsere Pferde auf der Moorkoppel und besichtigten die Pferde unserer Gastgeber.

 
GPS-Höhenprofil
Pyhrnpanorama
Gigasport Liezen
Wurzeralm
sechster Tag -
Selzthal über Liezen bis Spital/Pyhrn:1.200 Höhenmeter


Eine Reiterin vom Reitstall Zeiser begleitete uns auf dem Weg nach Liezen, wo uns bereits der Geschäftsführer von Giga-Sport mit dem Fotografen entgegenkam. Die Besucher waren sehr erstaunt, als sie auf dem Parkplatz unsere sechs PS angebunden sahen, während wir auf der Almhütte freundlich bewirtet, köstlich versorgt und mit praktischen Jacken beschenkt wurden.

Das Wetter war heute wieder eher unfreundlich mit starken Regenfällen. Auf einer Alm in 1.260 m Höhe kamen wir mitten in ein Gewitter, die Wege waren jedoch herrlich. Auf unserer Tour über die Alm wurden wir von ca. 30 Schottischen Hochlandrindern durch Sumpfgebiet und Schotterstrassen begleitet.

Die Abfahrtspiste "Kalkgraben" auf der Wurzeralm war wegen entwurzelten Bäumen unpassierbar, sodass wir uns einen anderen Weg suchen mußten, um das Ziel, den Landgasthof Seebacher zu erreichen. Besonders zu erwähnen sei das "ungewöhnliche" Nachtlager - da keine Betten mehr frei waren, wurden wir kurzerhand mit den Feldbetten in der Vinothek einquartiert und haben dabei keine Flasche angerührt :-)
siebenter Tag - Spital/Pyhrn bis Blumauer Alm:

Bei Sonnenschein und leichtem Wind ging's auf schönen Wald- und Wiesenwegen über Windischgarsten, vorbei am Panoramaaussichtsturm, wieder Richtung Nationalpark Kalkalpen. Über den Biwagplatz und den Steyrsteg erreichten wir am frühen Nachmittag unser Ziel, die Blumauer Alm im Sensengebirge.

Dort trafen wir die Eltern und Schwester von Inge, die eine Wanderung gemacht hatten und ließen uns "s'Bratl in der Rein" schmecken.

Andreas hatte unseren Vierbeinern wie immer eine tolle Koppel gebaut. Zum Glück waren die Bänder mit Strom versorgt, denn die weidenden Kühe waren über die neuen Nachbarn sehr erstaunt. Nach Einbruch der Dunkelheit konnten wir mit dem Fernglas beobachten, wie Rotwild und Kühe gemeinsam über die Alm ziehen.

Um 21.30 Uhr legten sich die Ersten im Matratzenlager zur Ruhe – der Rest nach Zirbengeistverkostung ein paar Stunden später!

achter Tag - Blumauer Alm bis Leonstein:

Bei herrlichem Reitwetter und Sonnenschein kreisten über uns Geier und Adler. Heute sehen wir endlich, wie traumhaft die Landschaft ist und stellen fest, dass unsere Heimat den amerikanischen Nationalparks mindestens ebenbürtig ist!
Ab Breitenau folgten wir dem Radweg bis Molln durch Wälder, Wiesen und teilweise Asphalt. Um 14 Uhr kamen wir in Leonstein an, wo wir herzlich vorm Saloon empfangen wurden. Die Pferde wurden geduscht, gefüttert und bekamen eine riesige Koppel.
Abends besuchten uns Siegi und Sepp und wir ließen uns den Westernspieß im gemütlichen Saloon gut schmecken. Unser Schlafplatz war wieder einmal ein Heuboden.

neunter Tag - Leonstein bis Adlwang:

Pyhrn-Eisenwuren
Panoramaturm Kalkalpen
Steyrersteg Nationalpark Kalkalpen
Kalkalpen
Alm im Nationalpark Kalkalpen
Wie es sich im Saloon gehört - vorm Abritt ein Schnaps mit Michaelas Mama.
Die Wege im Wald und über Wiesen waren herrlich, das Wetter traumhaft schön. So wurden wir für kurze Asphaltwege ent-schädigt. Um 14 Uhr erreichten wir unser Etappenziel, wo wir unser Lager im Holzschuppen einrichteten. Andreas hat uns schon wieder eine tolle Koppel gemacht, wir mußten nur mehr die Pferde und unseren Magen versorgen.

letzter Tag - Adlwang bis Ansfelden:

Das Bauernfrühstück bekamen wir um 6.30 Uhr, anschließend wurden die Pferde gesattelt, die Koppel abgebaut und alles im Chuck-Wagon verstaut. Obwohl wir schon viele Tage unterwegs waren, gingen unsere Pferde noch sehr flott. Je näher wir dem Ziel kamen, umso schneller wurden unsere Pferde, da sie zum Teil die Wege schon kannten.

Nachdem alle Pferde versorgt waren, tranken wir noch einen Kaffee und ein letztes Bier und ließen wehmütig die vergangenen Tage nochmals an uns vorüberziehen.

Wir hatten zehn wunderbare gemeinsame Tage erlebt und viele neue Eindrücke gewonnen. Es war herrlich, einmal dem Alltagsstress zu entfliehen, Tag für Tag mit seinem Pferd in der Natur zu verbringen und Situationen zu meistern, die nicht immer einfach waren. Egal ob Sonne oder Regen, wir möchten keinen Tag missen!

Zum Schluss wurde nur mehr die Frage "wohin reiten wir im nächsten Jahr?" gestellt -

zünftiger Westernsaloon
ORF-Sender Ansfelden
super woar's
Über den Sauwald in den Bayrischen Wald (nicht Pullmancity!). Dann wird Start und Ziel die Foursideranch sein - Die Planungen haben bereits begonnen!

Teilnehmer des Wanderittes:
Hans mit Haflo-Araberstute Lana - Medizinmann für Mensch und Tier;
Erwin mit Warmblut-Araberstute Tiffany - GPS-Scout;
Ingeborg mit Appaloosawallach Bank For You - ihrem wachsamen Auge entging Nichts;
Christian mit dem Pintowallach Dam Jari - das jüngstes Team mit 16 Jahren;
Joe mit Paintstute Surena - Coolman in allen kritischen Situationen;
Evelyn mit Traberstute Gundula - hofft, dass Gundi nicht trächtig ist;
Andreas war mit über 100 PS unterwegs - unser chuck-wagon und camp-chief;


Wanderreiten in Oberösterreich -
Reitwege, Reitrouten, Pferderaststationen, Reiterherbergen, Wanderreitbetriebe
   
 

die Partnerseite von
Wanderreiten in OÖ.
   
 
OM-Reitsport in Wallern hat den passenden Outfit für Ross & Reiter